
Schadstoffe III

Die Zunahme von Erkrankungen bzw. die Erhöhung der Sterblichkeit
während solcher Smog-Episoden wird heute vor allem auf die zu diesen
Zeiten erhöhten Konzentrationen von fünf Stoffen zurückgeführt:
* Schwefeldioxid, SO2,
* Kohlenmonoxid, CO
* Stickstoffoxide, NOx,
* Partikel (Staub, Schwebeteilchen),
* Kohlenwasserstoffe
Die Wirkung dieser Stoffe auf den Menschen lässt sich aber nicht
isoliert betrachten, sondern wird im Wesentlichen auch durch Faktoren
wie z.B. die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Zu
unterscheiden ist ferner zwischen akuten Gesundheitsfolgen und
längerfristigen chronischen Krebserkrankungen, etwa durch Feinstaub
(P. Straehl: Kanzerogene Luftschadstoffe in der Schweiz, 2003)
Luftverschmutzungen können zu zahlreichen Umweltproblemen führen:
* Versauerung und Eutrophierung durch Emissionen von versauernden und
eutrophierenden Schadstoffen (Schwefeldioxid. Stickoxide, Ammoniak)
* Klimaerwärmung durch die Emissionen von Treibhausgasen
* Beeinträchtigung der Luftqualität durch Emissionen von
Ozon-Vorläufersubstanzen, Staub, Schwermetallen, persistenten
organischen und anderen Schadstoffen.
Auf Kulturgüter
Die aufgrund von Luftverschmutzung in Verbindung mit Wasser
entstehenden Säuren greifen auch Kulturgüter an und führen z.B. zu
Steinfraß, beschädigen Glasmalerei oder zerstören, wenn sie mit dem
Regen in den Boden eindringen, in hohem Maß archäologisches Kulturgut,
insbesondere Nicht-Edelmetalle, wie Eisen.
Gegenmaßnahmen
* Bundes-Immissionsschutzverordnung (BimSchV) vom 11. September 2002
* Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG vom 21. Mai 2008
Luftreinhaltung und Abgasreinigung
* Joachim Alexander: Luftreinhaltung in Deutschland: Emissions- und
Immissionsentwicklung seit 1970. Berichte zur Deutschen Landeskunde
73, S. 365–379 (1999), ISSN 0005-9099
* Jürgen Assmann, Katharina Knierim, Jörg Friedrich: Die
Luftreinhalteplanung im Bundes-Immissionsschutzgesetz. Natur und Recht
26(11), S. 695–701 (2004), ISSN 0172-1631
* Walter Kaminsky: Verfahren zur Entschwefelung von Rauchgas. Chemie
Ingenieur Technik 55(9), S. 667–683 (1983), ISSN 0009-286X
* Manfred Koebel, Martin Elsener: Entstickung von Abgasen nach dem
SNCR-Verfahren: Ammoniak oder Harnstoff als Reduktionsmittel? Chemie
Ingenieur Technik 64(10), S. 934–937 (1992), ISSN 0009-286X
* Entscheidung der Kommission vom 17. Juli 2000 über den Aufbau eines
Europäischen Schadstoffemissionsregisters (EPER) gemäß Artikel 15 der
Richtlinie 96/61/EG des Rates über die integrierte Vermeidung und
Verminderung der Umweltverschmutzung (IPPC). Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften L192, S. 36–43 (28. Juli 2000), ISSN
0376-9461
* Dieter Maas: EPER – European Pollutant Emission Register:
Entwicklung und Status. KA – Abwasser, Abfall 52(2), S. 138–140
(2005), ISSN 1616-430X
Gesundheitliche Aspekte
* Anonymus: Luftverschmutzung - ein ernstes Gesundheitsrisiko in
einigen Metropolen der Welt. Bundesgesundheitsblatt 36(5), S. 202 ff.
(1993), ISSN 0007-5914
* Ursula Ackermann-Liebrich: Epidemiologische Ansätze zur Klärung der
Zusammenhänge von Luftverschmutzung und Gesundheit. Umweltmedizin in
Forschung und Praxis 4(1), S. 25-27 (1999), ISSN 1430-8681
* D. Nowack: Effekte der Luftverschmutzung auf Risikopatienten.
Atemwegs- und Lungenkrankheiten 25(6), S. 294 ff. (1999), ISSN
0341-3055
* Nino Künzli, Reinhard Kaiser, Rita Seethaler: Luftverschmutzung und
Gesundheit: Quantitative Risikoabschätzung. Umweltmedizin in Forschung
und Praxis 6(4), S. 202-212 (2001), ISSN 1430-8681
* Annette Peters, Joachim Heinrich, Erich H. Wichmann: Gesundheitliche
Wirkungen von Feinstaub - Epidemiologie der Kurzzeiteffekte.
Umweltmedizin in Forschung und Praxis 7(2) S. 101-115 (2002), ISSN
1430-8681
Schwefeldioxid
Schwefel(IV)-oxid, Schwefligsäureanhydrid
Summenformel SO2
CAS-Nummer 7446-09-5
PubChem 1119
Kurzbeschreibung farbloses, stechend riechendes, giftiges Gas
Eigenschaften
Molare Masse 64,06 g·mol−1
Aggregatzustand
gasförmig
Dichte
2,73 kg·m−3 (1 bar, 15 °C) [1]
Schmelzpunkt
−75 °C [1]
Siedepunkt
−10 °C [1]
Dampfdruck
3,3 bar [1] (21 °C)
Löslichkeit
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn
nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei
Standardbedingungen.
Schwefeldioxid, SO2, ist das Anhydrid der schwefligen Säure H2SO3.
Schwefeldioxid ist ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend
riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch)
wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße schwefelige
Säure.Es entsteht vor allem bei der Verbrennung von schwefelhaltigen
fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdölprodukten, die bis zu 4
Prozent Schwefel enthalten. Dadurch trägt es in erheblichem Maß zur
Luftverschmutzung bei, es ist der Grund für sauren Regen, wobei das
Schwefeldioxid zunächst von Sauerstoff zu Schwefeltrioxid oxidiert
wird und dann mit Wasser zu Schwefelsäure (H2SO4) umgesetzt wird.[5]
Um dies zu verhindern gibt es verschiedene Verfahren zur
Rauchgasentschwefelung.
Eigenschaften
Schwefeldioxid ist ein stechend riechendes, farbloses Gas. Es hat eine
gute Wasserlöslichkeit, Lösungen sind dabei leicht sauer. Das Molekül
ist gewinkelt:
Strukturformel von Schwefeldioxid mit Bindungslängen und Winkeln
E-Nummer 220
kritische Temperatur 157,5 °C [3]
kritischer Druck 79 bar [3]
(wikipedia)

